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Sehr geehrte Eltern,

nach vier Grundschuljahren müssen Sie die richtige Entscheidung für Ihr Kind treffen. Mit diesem Informationsblatt wollen wir Ihnen diese Entscheidung erleichtern und Ihnen die Schubart-Realschule / Geislingen vorstellen.

Mit einem Anteil von rund einem Drittel eines Schülerjahrganges kommt der Realschule in Baden-Württemberg eine wichtige Aufgabe im gegliederten Schulsystem zu. Die Übergangsquote von den Grundschulen zu den Realschulen kann in den letzten zehn Jahren als sehr stabil betrachtet werden.

In der Tendenz lässt sich feststellen, dass Eltern vermehrt ihre Kinder auch bei Gymnasialempfehlung in die Realschule schicken, da sie hier eine stärkere Orientierung an der Berufswelt und entsprechende Arbeitsmarktchancen vermuten.

Mit der Realschule haben wir in Baden-Württemberg einen eigenständigen und sehr erfolgreichen Weg der Mitte zwischen Hauptschule und Gymnasium. Mit ihrer optimalen Verknüpfung von Theorie und Praxis, von wissenschaftlichem Lehrstoff und Lebenswirklichkeit entspricht die Realschule den Begabungen und Fähigkeiten eines erheblichen Teils unserer Kinder und ermöglicht ihnen beste Berufschanchen. Die RealschülerInnen sind in hohem Maße bei den Arbeitgebern in Behörden, Industrie und Handwerk akzeptiert.

(Ministerium für Kultus, Jugend und Sport)

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Theoretisch und praktisch fundiert

Die Realschule bereitet ihre Schülerinnen und Schüler insbesondere auf einen gelingenden Über­gang in die Berufswelt bzw. das Berufliche Gymnasi­um vor. Das pädagogische Konzept beinhaltet leistungsdifferenzierte Lernangebote.

Orientierungsstufe in den Klassen 5 und 6

Der Unterricht und die Noten orientieren sich in Klasse 5 und 6 ausschließlich am mittleren Niveau, das zum Realschulabschluss führt. Für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler kann eine zusätzliche Förderung angeboten werden. Am Ende von Klasse 5 gibt es keine Versetzungsentscheidung, alle Schülerinnen und Schüler können in die Klasse 6 aufrücken. Erst zum Ende der Klasse 6 wird anhand der Noten entschieden, ob nach der Orientierungsstufe auf dem zum Realschulabschluss oder dem zum Hauptschulabschluss führenden Niveau weitergelernt wird.

Unterricht in den Klassen 7 bis 9

In diesen Klassen kann auf grundlegendem Niveau, das zum Hauptschulabschluss führt, und auf mittlerem Niveau, das zum Realschulabschluss führt, unterrichtet werden. Dies ist innerhalb der Klassen und in getrennten Gruppen oder Klassen möglich. Am Ende der Klassen 7 und 8 wird anhand der Noten entschieden, auf welchem Niveau die Schülerin bzw. der Schüler weiterlernt. Ein Wechsel ist auch zum Halbjahr möglich.

Abschlüsse in Klasse 9 und 10

In den Klassen 9 und 10 findet eine zielgerichtete Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss beziehungsweise auf den Realschulabschluss statt. Die Hauptschulabschlussprüfung kann am Ende von Klasse 9, die Realschulabschlussprüfung am Ende von Klasse 10 abgelegt werden. In Klasse 10 wird ausschließlich auf dem mittleren Niveau unterrichtet, das zum Realschulabschluss führt.

weitere Informationen: http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Schule/Realschule

Einführung in den Bildungsplan 2016

Hans Anand Pant
(Auszüge aus der Einführung, der gesamte Text steht unter
http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/BP2016BW_ALLG_EINFUEHRUNG)

Erklärtes Ziel der Bildungsplanreform ist die Stärkung der Bildungsgerechtigkeit in Baden-Württemberg. Dazu zählen der Abbau von Bildungshürden, die Verbesserung der Durchlässigkeit im Bildungssystem und eine systematische individuelle Förderung als Grundlage für einen angemessenen Umgang mit Heterogenität.
Leitend für die Bildungsplanreform 2016 waren folgende Eckpunkte:

Ohne Zweifel stellen die Ziele der Bildungsplanreform 2016 und die dazu aufgestellten Eckpunkte ein ambitioniertes Programm der Weiterentwicklung des Bildungsplans von 2004 dar. Landesregierung und Kultusverwaltung haben zahlreiche Maßnahmen initiiert und begleitende Gremien eingesetzt, die die neuen Bildungspläne schon vor deren Verabschiedung zu einem im besten Sinne öffentlichen Gut werden ließen.

Was soll und darf ein Bildungsplan – und was darf er nicht? Die gesetzlichen Grundlagen im föderalen Verfassungsstaat

Der schulische Alltag ist von rechtlichen Regelungen durchdrungen. In Schulen werden Noten vergeben und berechnet, Zeugnisse erteilt, an Schulen werden in Form der Abschlüsse wichtige Übergangs- und Zugangsberechtigungen erworben.
Gerade weil die an Schulen gebahnten und getroffenen Entscheidungen für die individuellen Lebenswege aller Schülerinnen und Schüler existenziell sind und die Zukunftschancen hinsichtlich Status, Einkommen, Gesundheit, Lebenszufriedenheit und möglicherweise auch Glück wesentlich (mit‑)bestimmen, verbleibt die oberste Aufsicht über das Schulwesen in den Händen des Staates (Artikel 7, Absatz 1 Grundgesetz). Aus verfassungsrechtlicher Sicht besteht diese oberste Aufsichtspflicht des Staates über das Schulwesen in der Gestaltung des staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrags im Einklang mit weiteren grundgesetzlichen Vorgaben wie beispielsweise dem Entfaltungsgrundrecht von Kindern und Jugendlichen.
Aus dem sehr abstrakten staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag leitet sich die Verpflichtung des Staates ab, Bildungs- und Erziehungsziele festzulegen und rechtlich auszugestalten. Eigentlich wäre nun das Grundgesetz der geeignete Ort für die Festlegung oberster Bildungsziele. Im föderalen Verfassungsstaat Bundesrepublik Deutschland liegt jedoch die Pflicht zur Wahrnehmung des staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrags bei den Ländern und ist dort in den Landesverfassungen und Landesschulgesetzen festgeschrieben. In den Bildungsplänen werden die allgemeinen Bildungs- und Erziehungsziele immer wieder neu konkretisiert.
In der Landesverfassung Baden-Württembergs heißt es zunächst im Artikel 12, Absatz 1 ganz allgemein:
„Die Jugend ist in der Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe, zur Brüderlichkeit aller Menschen und zur Friedensliebe, in der Liebe zu Volk und Heimat, zu sittlicher und politischer Verantwortlichkeit, zu beruflicher und sozialer Bewährung und zu freiheitlicher demokratischer Gesinnung zu erziehen.“
Eine rechtliche Ebene tiefer wird das baden-württembergische Schulgesetz etwas konkreter, verbleibt aber immer noch sehr im Allgemeinen (Schulgesetz §1, Absatz 2):
„Die Schule hat den in der Landesverfassung verankerten Erziehungs- und Bildungsauftrag zu verwirklichen. Über die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus ist die Schule insbesondere gehalten, die Schüler

Diese allgemeinen Bildungs- und Erziehungsziele werden im Bildungsplan 2016 in besonderer Weise in den fachübergreifenden Leitperspektiven aufgegriffen und in den Fachplänen konkretisiert. Die Leitperspektiven sind also in ihrer Gesamtheit und ihrem Zusammenspiel zu verstehen als zeitgemäße Auslegung solcher normativen Grundlagen, eine Auslegung, die jede Generation angesichts wechselnder Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben von Neuem leisten muss. Dabei gilt es, Aspekte der Persönlichkeitsbildung und ‑stärkung, der Bildung zur Gemeinschafts- und Teilhabefähigkeit in einer zunehmend pluralen Gesellschaft sowie die Sensibilisierung für den globalen Kontext des Alltagshandelns in ihrem komplexen wechselseitigen Bedingungsgefüge zu sehen. Zu den prominentesten Herausforderungen zählen die Überlebensfrage angesichts der Begrenztheit eigener und natürlicher Ressourcen (Nachhaltigkeit), die Orientierungsfähigkeit, Verantwortungsübernahme und Konfliktfähigkeit angesichts konkurrierender Geltungsansprüche in der modernen Gesellschaft (Pluralitätsfähigkeit) sowie die Frage nach einem achtsamen Umgang mit eigenen psychischen und physischen Möglichkeiten und Grenzen (Resilienz) sowie denen des Anderen (Empathie). Hinzu kommen die Herausforderungen etwa in Gestalt einer sich rasant verändernden Berufs- und Arbeitswelt, der Digitalisierung sowie der Ökonomisierung.
Diese Summe an Herausforderungen führt zu der Unterscheidung zwischen allgemeinen und themenspezifischen Leitperspektiven. Diese Unterscheidung bedeutet keine Gewichtung, sondern wirkt sich auf die Verankerung der Leitperspektiven in den einzelnen Fächern aus. Während die allgemeinen Leitperspektiven prinzipiell jedem Fach aufgetragen sind, weisen die themenspezifischen Leitperspektiven eine stärkere Affinität zu einzelnen Fächern auf.

a) Allgemeine Leitperspektiven

b) Themenspezifische Leitperspektiven

Das Pluralismusgebot verbietet es dem Staat, im Schulwesen einseitige Sichtweisen und Standpunkte bei politisch oder gesellschaftlich kontroversen Fragen zu propagieren. Als Leitlinien gelten für den Bildungsplan 2016 ausdrücklich die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses (vgl. Wehling, 1977, S. 179 f.):

Der Politikdidaktiker Wolfgang Sander (2005, S. 9) präzisiert zu Recht, dass es sich beim Beutelsbacher Konsens genau genommen „um einen Konsens über die Legitimität des Dissens’, oder anders: über die Notwendigkeit von Perspektivenvielfalt“ handelt. Einfacher ausgedrückt: Es wird akzeptiert, dass man auch in fundamentalen gesellschaftlichen und weltanschaulichen Fragen nicht einer Meinung sein muss. Schule und Unterricht sollen diejenigen Orte sein, wo das Aushalten solcher Perspektivenvielfalt eingeübt werden kann und muss – muss deshalb, weil auch in Deutschland vermehrt Formen des weltanschaulich-religiösen Fundamentalismus auftreten, die gerade diese Fähigkeit zur Perspektivenvielfalt geringschätzen und Perspektivenvielfalt selbst ablehnen. Gerade von dieser Fähigkeit hängt jedoch langfristig, so argumentiert Sander (2005), das Überleben aller Gesellschaften in einer globalisierten und vernetzten Welt ab. Perspektivenvielfalt ist dennoch nicht gleichzusetzen mit Wertneutralität; sie erfordert vielmehr einen klaren und ausdrücklichen Rückbezug auf die in der Verfassung und im Schulgesetz festgeschriebenen Bildungsziele.

 

Welche Möglichkeiten gibt es nach dem Abschluss der Realschule?

In einem eigenständigen Bildungsgang schafft die Realschule die Grundlage für die späteren praktische Berufe mit erhöhter theoretischer Anforderung, in denen auch Aufgaben mit gehobenen Ansprüchen an Selbständigkeit, Verantwortung und Menschenführung gestellt werden, sowie für eine Vielfalt von schulischen Bildungsgängen:

· Der erfolgreiche Abschluss eröffnet den Zugang zu einer qualifizierten Berufsausbildung in Handwerk, Industrie, Handel, Verwaltung und im sozialem Bereich.

· Der Realschulabschluss ist Voraussetzung für den Eintritt in zwei- oder dreijährige Berufskollegs, die eine berufliche Qualifikation vermitteln und z. T. daneben die Fachhochschulreife anbieten.

· Erfolgreiche Realschulabsolventen können unter bestimmten Voraussetzungen (mindestens Durchschnitt von 3,0 in den Kernfächern) in berufliche Gymnasien [Wirtschaftsgymnasium (WG), Technisches Gymnasium (TG), Ernährungswissenschaftliches Gymnasium (EG) und Agrarwissenschaftliches Gymnasium (AG)] überwechseln, um dort in der gymnasialen Oberstufe die allgemeine Hochschulreife (Abitur) zu erlangen. Besonders wichtig ist dabei: Mit dem Besuch des 5. Kernfaches Französisch an der RS sind die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt!

 

 

 

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